Heinrich Wild bei Wild Heerbrugg (1920-1932)

Im Jahre 1920 wurde der von Heinrich Wild bei Zeiss konstruierte Sekunden-Theodolit Th1 fertiggestellt. Es war der erste Theodolit mit Koinzidenz-Ablesung der Kreise über nur ein Mikroskop. Mit diesem Instrument begann die Modernisierung der Theodoliten. 


Als Heinrich Wild im Frühjahr 1921 nach Heerbrugg zog, gründete er, gemeinsam mit Dr. Robert Helbling von Flums und Jacob Schmidheiny aus Heerbrugg die "Heinrich Wild, Werkstätte für Feinmechanik und Optik" Heerbrugg ". Der Gründungsvertrag datiert vom 26. April 1921.


Heinrich Wild konstruierte dann in seiner eigenen Werkstatt einen ähnlichen Theodolit wie der ursprüngliche Th1, aber er konnte ihn in vielerlei Hinsicht stark verbessern. Dieser Theodolit ist heute weithin bekannt unter dem Namen "Wild Universal Theodolit" (oder später als der berühmte WILD T2).


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Wild T2

Im März 1923 war das erste Instrument für den Verkauf fertiggestellt.

In March 1923 the first instrument for sale was finished


Zu den wesentlichen Verbesserungen dieses Instruments gehören:

  • Umschaltung der Ablesung des horizontalen und vertikalen Kreises mittels eines Umlenkprismas. 
  • Das Okular des Ablese-Mikroskopes befindet sich direkt neben dem des Okular vom Fernrohr.
  • Neues System für die Verpackung des Instruments in einem Metallgehäuse. 
  • Stark erhöhte Präzision der Teilung und Ablesung der Kreise, so dass das Instrument in der Lage ist, Theodoliten von doppelten Größe der alten Form zu ersetzen. 

Eine weitere Verbesserung, die besondere Erwähnung verdient, ist die neue Arrangement für die Befestigung des Instruments auf einem Stativ. Wild zog den Punkt der Aufhängung des Senkkopfes in die Ebene der Füße der Nivellierschrauben, so dass das Instrument nivelliert werden konnte, ohne die Zentrierung über den Stationspunkt zu verändern. 

Als Zubehör für den Universal-Theodolit wurde der Präzisions-Telemeter konstruiert. Er konnte direkt am Objektiv aufgesetzt werden, wobei die Verwendung einer planparallelen Glasplatte als optischer Mikrometer verwendet wurde.


Amongst further instruments designed and constructed by Wild may be mentioned:  

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the Wild telescopic alidade (later called Wild K1)


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The level with circle, in which the circle is read of a special arrangement of scale-microscope


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small Wild Precice Level No.II with horizontal Circle         small Wild Precice Level No.II without horizontal Circle


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Grosses Präzisions-Nivellier No. III

Large Wild Precice Level No.III


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Der Präzisions-Theodolit, ähnlich dem Universal-Theodolit, aber von größeren Dimensionen und erhöhter Genauigkeit (später Wild T3 genannt)

The Precision Theodolite, of similar design to the Universal Theodolite, but of larger dimensions and increased accuracy (later called Wild T3)

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Wild Präzisions-Telemeter für den Wild Universal Theodolit (Wild T2)

the Precise Wild Telemeter for the Wild Universal Theodolite (Wild T2)


Nach der Gründung der Fabrik in Heerbrugg, wandte sich Wild der Photogrammetrie zu und baute einen Autograph der sich von jeder bestehenden Konstruktion unterscheidet, indem die Führungsstangen starr an den Plattenträgern befestigt waren. Die Lösung des hier angesprochenen Problems wurde zunächst durch die Erfindung des Korrekturgeräts zur automatischen Beseitigung der mit dieser Arrangement entstandenen Projektionsfehler ermöglicht. 

Es würde hier zu weit reichen, um hier auf die zahlreichen anderen interessanten Detailpunkte des Wild Autographs einzugehen.


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the first Wild Autograph Wild A1


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1922 baute Wild einen Phototheodolit mit speziellen Kugel- und Sockelanordnung anstelle der üblichen Achsen, wodurch eine viel kompaktere Bauweise erreicht werden konnte. Durch diese Kombination der fotografischen Kamera mit einem präzisen Theodolit wurde der erfolgreiche Phototheodolit geschaffen, der in der Welt einzigartig war und das vollkommenste und perfekteste Instrument dieser Art darstellt, das je gesehen wurde.


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Im Jahr 1925 brachte Wild eine Luftkamera mit einem verbessertem 1: 5 Objektiv heraus (verbessertes Bild an den Plattenkanten, verzerrungsfrei, weniger Beleuchtungabfall an den Plattenecken).


Aus dieser kurzen Zusammenfassung geht hervor, wie weit die Erfindungen und Konstruktionen von Wild zur Entwicklung geodätischer Instrumente beigetragen haben. Aber für sein erfinderisches und kreatives Talent hätte die Herstellung von geodätischen Instrumenten nicht die epochalen Veränderungen erfahren und der unerwartet rasche Fortschritt, von dem die Ergebnisse heute in der ganzen Welt manifestieren. 


1931 zog er zuerst nach Zürich und dann nach Baden und verließ dann Wild Heerbrugg auf den  7 .Dezember 1932. Aber er arbeitete als unabhängiger Designer und Entwickler noch für sie bis 1935.